Autocastings

Autos mit Klangtalent gesucht!

Was haben Hupentöne, Motorheulen, zarte Geigenklänge und Chorgesang gemeinsam? In dem revolutionären Vorhaben „autosymphonic“ lässt der zypriotische Komponist Marios Joannou Elia diese scheinbar unvereinbaren Klangwelten einander begegnen.

80 Autos hat Elia für sein neues Großprojekt persönlich nach Klangqualitätskriterien ausgesucht. Die Bandbreite reicht von LKWs bis zu Bussen, von Oldtimern bis zu modernen Limousinen und von Traktoren bis zu Formel 1-Rennwagen. Verschiedene Größen, Jahrgänge und PS – das Auto-Orchester als ein Querschnitt durch die Zeit und Spiegel verschiedener Fahrzeugtypen.

Beim Casting der Autos drückte der Komponist Knöpfe, ließ Scheibenwischer rattern, Pneumatik zischen und Hydraulik schlürfen, klapperte mit Türschlössern und Kofferraumdeckeln. Kurzum: Elia erzeugte mit allem, was sich an einem Auto bewegen und zum Klingen bringen lässt, Tonfolgen sowie Rhythmusformationen aus verschiedensten Klang- und Geräuschfarben.

Bereits beim Casting prüfte er, mit welcher Spieltechnik und Tempogeschwindigkeit, mit welchen Artikulationscharakteren und welcher Lautstärke das jeweilige Autoklangelement erzeugt werden kann. Gleichzeitig überlegte er, wie er die mannigfaltigen Klänge in Analogie und Interaktion bringen könne. Ein Toningenieur zeichnet alle Klangvarianten auf.

Die Besucher der „autosymphonic“ dürfen gespannt sein: Der Komponist will Autos, Instrumente und Vokalisten in einen simulativen Zusammenhang stellen. Sein Ziel: Eine ganz neuartige Art der Sinfonie zu schaffen und die Zuhörer in einer noch nicht definierten, innovativen Form der Musikästhetik und Eventkultur zu sensibilisieren und zu bewegen.