Marios Joannou Elia: Polymedialität als Konzept

Der Komponist Marios Joannou Elia ist eine der Leitfiguren der jungen Komponistengeneration. Er wurde am 19. Juni 1978 in Paphos auf Zypern geboren und studierte am Mozarteum in Salzburg und an der Wiener Musikuniversität.

Seine Arbeit umfasst Kompositionen unterschiedlichster Genres und Besetzungen für die Oper ebenso wie für Konzerthäuser bis hin zu visionären Projekten und Konzepten für anspruchsvolle Eventkultur.

Mit der „autosymphonic“, die dem Auto als eine der wichtigsten Erfindungen der Menschheit gewidmet ist, wird eine seiner revolutionären Visionen wahr. Er kreiert einen Klangkörper bestehend aus 80 Automobilen, großem Sinfonieorchester, Chor und Percussion-Ensemble.

Elias Konzept basiert auf einer qualitativen Polymedialität, die zwei Dimensionen umfasst: Die werkimmanent-kompositorische und die Polymedialität auf der Ebene der Inszenierung. In der ersten Dimension werden unkonventionelle Musik- und musikfremde Medienelemente zu integralen Bestandteilen der Komposition. Durch die Verwendung ungewöhnlicher akustischer Quellen, wie den 80 Automobilen, erschließt er sich völlig neue Möglichkeiten, Klänge zu erzeugen und seine Inspirationen musikalisch umzusetzen. In der zweiten Dimension tritt die Komposition als Ganzes in ein dynamisches Wechselspiel mit anderen Kunstformen oder Medien.

Bei allem spielt für Elia weniger die Medienanzahl als das sinnstiftende Verhältnis der Musik im Zusammenspiel mit anderen Medien bzw. Künsten eine entscheidende Rolle. Er definiert sein Schaffen durch eine wechselseitige, synthetische Interaktion zwischen der Musik und den eingesetzten vielfältigen Medien. Obwohl die Medien miteinander verflochten werden, behält jedes seine Identität.

Mit der Mannheimer Sinfonie zum Geburtstag des Automobils bringt Elia in unvergleichlicher Weise Hochkultur mit einem zeitgenössischen Event in einem dynamischen Spannungsfeld zusammen. Seine Eventästhetik bewirkt in Verbindung mit vielfältigen Medien eine nachhaltige Wahrnehmung.